Strategischen Wandel erlebbar machen

Blick von oben vom 10m-Turm

„Könnten Sie die Abschlussveranstaltung unseres 2-jährigen Strategie-Prozesses moderieren?“, fragte die Caritas der Erzdiözese München und Freising. Meine spontane Reaktion: Na klar! Und: Wie interessant! Normalerweise begleite ich strategische Veränderungsprozesse zusammen mit Wigwam meist von Anfang an, zum Beispiel im Deutschen Caritasverband (hier geht’s zu einem Einblick ins Caritas-Projekt auf www.wigwam.im) oder in der Kindernothilfe. Dieses Mal sollte es „nur“ um die Konzeption und Moderation eines 1,5-tägigen Barcamps mit der dritten Führungskräfte-Ebene gehen, das vermeintlich am Ende eines Change-Prozesses stand. Die Neugier der Organisatoren am Format „Barcamp“ war in der Vorbereitung mindestens ebenso groß wie meine Fragenliste an die Prozessgestalter lang war: Was war bisher geschehen? Auf welcher Ebene wurde Wandel gesucht und im Prozess erreicht? Wer waren die beteiligten Akteure? Mit welchen Mitteln und Materialien war in den vergangenen Jahren gearbeitet worden? Und: Was brauchte der Prozess noch, um erfolgreich zu Ende geführt zu werden? Über solche und weitere Fragen entstand im gemeinsamen Gespräch das konkrete Veranstaltungsformat.

Zusammen mit meiner Wigwam-Kollegin Leena Jäger machte ich mich dann Mitte Juli 2016 auf nach Freising. Unsere Mission: In der kurzen Zeit von 1,5 Tagen die Gemeinschaft der Caritas-Führungskräfte für die folgenden praktischen Veränderungsschritte zu begeistern. Unser Werkzeugkoffer: Offene Augen und einen offener Geist, um im ersten Teil der Führungskräftetagung so viel wie möglich zu beobachten und wahrzunehmen. Die Überzeugung, dass genau die richtigen Menschen versammelt waren, um Veränderung praktisch anzugehen. Die Begeisterung für Partizipation und Teilhabe, die uns zu authentischen Botschafterinnen vom Barcamp-Format machen. Und die Design-Unterstützung aus dem Wigwam, dank derer wir den altehrwürdigen Räumen des Tagungshauses eine neue Frische einhauchen konnten (u. a. gestalteten wir Materialien mit Session-Regeln, Flipchart-Bögen zur Session-Dokumentation, einen Barcamp-Stundenplan für jede/n Teilnehmende/n sowie die Beschilderung der Räume).

Zusammengenommen entstand so – auch dank der großen Offenheit unseres Auftraggebers – eine überaus freundliche und konstruktive Atmosphäre, in der sich die knapp 150 Führungskräfte voll auf das gemeinsame Change-Projekt einlassen konnten. Ein besonderer Aha-Moment entstand, als mehr als 20 Personen ihre Session-Ideen vorstellten. So viel Potenzial für gewollte Veränderung! Ein Abend in lockerer Atmosphäre führte alle Teilnehmenden noch einmal neu zusammen und bereitete dem arbeitsamen zweiten Tag den Boden. Die Schnelligkeit, Konstruktivität und verteilte Verantwortung gefiel während der Barcamp-Sessions besonders. Eine 1,5-stündige Werkschau rundete den Tag schließlich ab. Hier stellten zufriedene Caritas-MitarbeiterInnen die Ergebnisse ihrer Sessions vor und kamen miteinander über die weitere Umsetzung ins Gespräch.

Unser persönliches Fazit als AdHoc-Prozessbegleiterinnen und Moderatorinnen: Es kann absolut sinnvoll sein, die interne Kommunikation in Veränderungsprozessen als eigenes Teilprojekt und vielleicht sogar als Kampagne zu führen. Im Austausch mit der Stabsstelle für Verbandsentwicklung wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Koordination der Anspruchsgruppen und das gleichzeitige Vorantreiben des inhaltlichen Prozesses bereits ist. Insofern kann die explizit kommunikative Unterstützung einen großen Mehrwert in Veränderungsprozessen leisten.

Interne Kommunikation in Veränderungsprozessen

  • gestaltet interne Kultur ganz konkret und bereitet strategischer Veränderung den Boden
  • schafft wichtige Übersetzungsleistungen, um alle wichtigen Anspruchsgruppen zu beteiligen
  • sorgt für ein geteiltes Ownership von Veränderung
  • macht wahrnehmbar, was passiert und bietet verschiedene Perspektiven darauf, wie diese Veränderungsschritte verortet werden können („Framing“ von Veränderung)
  • ist der gelebte und erlebte Wandel selbst!

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